DANA SCHUTZ. TROUBLE AND APPEARANCE
Laufzeit: 10. Juli - 04. Oktober 2026
Dana Schutz zählt zu den bedeutendsten Positionen der jüngeren figurativen Malerei. Ihre großformatigen, kompositorisch dichten Gemälde sind voller allegorischer und politischer Anspielungen, die auf aktuelle Themen verweisen. In leuchtenden, oft schrillen Farbstürmen erscheinen die kleinen und größeren Ungeheuerlichkeiten unserer Zeit, verkleidet als moderne Mythen. Weniger bekannt ist das umfangreiche druckgraphische und zeichnerische Œuvre der Künstlerin. In ungewöhnlich großformatigen druckgraphisch delikaten Monotypien untersucht sie menschliche und zwischenmenschliche Zustände, die ihr künstlerisches Interesse wecken.
Für ihre neue Ausstellung, die den Titel „Trouble and Appearance“ trägt, entsteht derzeit eine neue Werkgruppe großformatiger Wandbilder aus Kohlestift von bis zu 6 Metern Länge, die nicht von ungefähr an die Murals der amerikanischen abstrakten Expressionisten erinnern und in München ihre Weltpremiere feiern. Daneben wird die Künstlerin erstmals Skizzen zu ihren Gemälden präsentieren, die bisher immer unter Verschluss geblieben sind und demonstrieren werden, dass der Geist des Disegno auch hier sein glückliches Unwesen treibt.

KLARENBEEK & DROS DESIGNERS OF THE UNUSUAL
Laufzeit: 17. Juli 2026 - 03. Oktober 2027
Die Objekte von Klarenbeek & Dros sind nicht zu trennen von ihrer Materialinnovation. Sie arbeiten an der Gestaltung von Produkten auf der Basis von Myzel, wobei Biodesign und biotechnologische Prozesse in die Produktion einbezogen werden. Ihr Ziel ist die Implementierung von Ökotechnologie in den Alltag, indem sie Entwürfe für Innenräume und die gebaute Umwelt realisieren. Das Studio Klarenbeek & Dros ist das erste weltweit, das lebendes Myzel, die Wurzelstruktur von Pilzen, in 3D gedruckt hat. Die Kombination des fadenförmigen Netzwerks von Pilzen mit lokalen Rohstoffen ermöglicht, Produkte mit einem negativen Kohlenstoff - Fußabdruck zu schaffen. Ihre
Projekte umfassen Möbel, Glas - und Textilobjekte,
Wandstrukturen und Arbeiten für den öffentlichen Raum.
Spektakulär war ihre Zusammenarbeit mit dem Modelabel
Iris van Herpen, das 2022 auf der Paris Fashion Week gezeigt wurde. Sie entwarfen das „Vegan Dress“ aus 3D gedruckte Material, um ein Statement für nachhaltige Mode zu setzen.
Maartje Dros und Eric Klarenbeek bilden ein Designerduo, das soziales Design mit Technologie verbindet. Sie setzen Maßstäbe im Design durch ihre Neugestaltung komplexer Prozesse unter Einbeziehung ihrer möglichen Auswirkungen auf Natur und Umwelt im Verhältnis zu ihrem politischen, wirtschaftlichen und sozialen Kontext.
CONNY MAIER. SEARCHING FOR PARADISE
Laufzeit: 20. Oktober 2026 - 17. Januar 2027
Conny Maier wird die Ausstellungsräume der Staatlichen Graphischen Sammlung in der Pinakothek der Moderne in einen botanischen Garten verwandeln, der das Tor zum Paradies sein könnte, sollte er sich nicht zur grünen Hölle auswachsen. Das Thema des Ungewissen und Unheimlichen spricht aus allen ihren Werken, die bei aller Vertrautheit immer den Eindruck vermitteln, dass es eine zweite Lesart gibt hinter der sich Abgründe auftun. War die Natur bisher in ihren Figurenbildern immer eher eine Begleitstimme so rückt sie jetzt vollends in den Fokus ihres Interesses.
Neu wird sein, dass die Künstlerin ihre zeichnerischen und malerischen Studien allegorisch und mythologisch auflädt, so dass man sich an rätselhafte Motive mittelalterlicher Gobelins oder barocker Festausstattungen erinnert fühlt.
Sicher ist, dass Conny Maier mit ihrem Ausstellungsprojekt in der Pinakothek der Moderne in ihren Zeichnungen, Collagen, Malereien und Wandbildern ein botanisches Panoptikum ausbreitet, dass jedes Stillleben erblassen und in den Schatten stellen wird und die Besucher zu Schmetterlingsfängern und Botanikern werden lässt.
DIE NACHT BERÜHRT DIE ERDE. FRITZ WINTERS KOSMOS DER 1930ER UND 40ER JAHRE
Laufzeit: 09. Oktober 2026 - 21. Februar 2027
Wie gehen Zeitzeugenschaft und künstlerische Abstraktion in Zeiten von Diktatur und Krieg zusammen? Auf Basis des neu zugänglichen Nachlasses wird eine zentrale Werkphase von Fritz Winter anlässlich seines 50. Todesjahres neu erzählt.
Ausgebildet bei Klee und Kandinsky am Bauhaus in Dessau, fand Winter ab 1933 keine Ausstellungsmöglichkeiten mehr in Deutschland. Ab 1937 galt seine Kunst als entartet. Den Zweiten Weltkrieg erlebte er als Soldat an der Ostfront, vornehmlich in Rumänien und in der Ukraine. In seiner an Naturphänomenen orientierten, weitgehend ungegenständlichen Kunst fand er kraftvolle und berührende Ausdrucksformen für das „Zeitschicksal“. In zunehmender künstlerischer Isolation entstanden Zellen- und Sternbilder, Kristallisationen und expressiv-surrealen Landschaften. Seine Erfahrungen als Soldat verarbeitete er in hunderten von Zeichnungen, in denen er sich auch mit der menschlichen Vernichtungsmaschinerie und der Zerstörung von Lebensräumen auseinandersetzte. 1944 entstand die berühmte Werkgruppe der „Triebkräfte der Erde“ – eine Feier der elementaren Kräfte und Gesetzmäßigkeiten der Natur, die als Metapher für die Überwindung des Nationalsozialismus gelesen wurde.
Kuratiert von Anna Rühl.


