CONNY MAIER. SEARCHING FOR PARADISE
Laufzeit: 20. Oktober 2026 - 17. Januar 2027 | Staatliche Graphische Sammlung
Conny Maier wird die Ausstellungsräume der Staatlichen Graphischen Sammlung in der Pinakothek der Moderne in einen botanischen Garten verwandeln, der das Tor zum Paradies sein könnte, sollte er sich nicht zur grünen Hölle auswachsen. Das Thema des Ungewissen und Unheimlichen spricht aus allen ihren Werken, die bei aller Vertrautheit immer den Eindruck vermitteln, dass es eine zweite Lesart gibt hinter der sich Abgründe auftun. War die Natur bisher in ihren Figurenbildern immer eher eine Begleitstimme so rückt sie jetzt vollends in den Fokus ihres Interesses.
Neu wird sein, dass die Künstlerin ihre zeichnerischen und malerischen Studien allegorisch und mythologisch auflädt, so dass man sich an rätselhafte Motive mittelalterlicher Gobelins oder barocker Festausstattungen erinnert fühlt.
Sicher ist, dass Conny Maier mit ihrem Ausstellungsprojekt in der Pinakothek der Moderne in ihren Zeichnungen, Collagen, Malereien und Wandbildern ein botanisches Panoptikum ausbreitet, dass jedes Stillleben erblassen und in den Schatten stellen wird und die Besucher zu Schmetterlingsfängern und Botanikern werden lässt.
Conny Maier, Wildrosen, 2026, Öl, Pigmente und Ölstift auf Leinwand, 30 × 24 cm. Courtesy the artist, Société, Berlin and Hauser & Wirth. Foto: Trevor Good
DIE NACHT BERÜHRT DIE ERDE. FRITZ WINTERS KOSMOS DER 1930ER UND 40ER JAHRE
Laufzeit: 09. Oktober 2026 - 21. Februar 2027 | Pinakothek der Moderne
Wie gehen Zeitzeugenschaft und künstlerische Abstraktion in Zeiten von Diktatur und Krieg zusammen? Auf Basis des neu zugänglichen Nachlasses wird eine zentrale Werkphase von Fritz Winter anlässlich seines 50. Todesjahres neu erzählt.
Ausgebildet bei Klee und Kandinsky am Bauhaus in Dessau, fand Winter ab 1933 keine Ausstellungsmöglichkeiten mehr in Deutschland. Ab 1937 galt seine Kunst als entartet. Den Zweiten Weltkrieg erlebte er als Soldat an der Ostfront, vornehmlich in Rumänien und in der Ukraine. In seiner an Naturphänomenen orientierten, weitgehend ungegenständlichen Kunst fand er kraftvolle und berührende Ausdrucksformen für das „Zeitschicksal“. In zunehmender künstlerischer Isolation entstanden Zellen- und Sternbilder, Kristallisationen und expressiv-surrealen Landschaften. Seine Erfahrungen als Soldat verarbeitete er in hunderten von Zeichnungen, in denen er sich auch mit der menschlichen Vernichtungsmaschinerie und der Zerstörung von Lebensräumen auseinandersetzte. 1944 entstand die berühmte Werkgruppe der „Triebkräfte der Erde“ – eine Feier der elementaren Kräfte und Gesetzmäßigkeiten der Natur, die als Metapher für die Überwindung des Nationalsozialismus gelesen wurde.
Kuratiert von Anna Rühl.

IN MY HEAD. KÜNSTLERISCHE POSITIONEN DER GEGENWART
Laufzeit: 30. Oktober 2026 - 30. Mai 2027 | Museum Brandhorst
„In My Head“ widmet sich prägenden künstlerischen Positionen des 21. Jahrhunderts. Eigenständige Räume laden dazu ein, in die Praktiken einzelner Künstler:innen einzutauchen und ihre formalen und konzeptuellen Zusammenhänge zu entdecken. Jeder Raum ermöglicht es, die Werke in ihrer Vielschichtigkeit zu erleben und neue Perspektiven auf das Denken und Arbeiten der Künstler:innen zu entwickeln. Die Präsentation setzt dabei auf eine vertiefte Auseinandersetzung: Ausgewählte künstlerische Strategien werden anhand zentraler Werke vorgestellt. So entsteht Raum für eine intensive Begegnung – und es wird sichtbar, wie die Sammlung auf aktuelle künstlerische Entwicklungen reagiert und sich immer wieder neu der Gegenwart öffnet.
Kuratiert von Benedikt Johannes Seerieder.
