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Los 54

Tamiko Thiel

* 1957 in Oakland, Kalifornien/USA
lebt und arbeitet in München

NOTHING OF HIM THAT DOTH FADE, 2019

Keramik 3-D-Druck, Augmented-Reality-App
20 × 24 × 24 cm
Unikat
Zertifikat mit Signatur

Galeriepreis: € 9.500,- inkl. MwSt.

Eingeliefert von Tamiko Thiel

Courtesy Tamiko Thiel
Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München

Tamiko Thiel ist eine Pionierin der Augmented und Virtual Reality. Bereits in den 1980er-Jahren programmierte sie am MIT in Massachusetts und war leitende Produktdesignerin des CM-2-Supercomputers, der in die Sammlung des MoMA aufgenommen wurde. Die amerikanische Medienkünstlerin thematisiert das Spiel zwischen Verortung und umgebendem Raum, sie stellt Fragen nach der kulturellen Identität und beschäftigt sich mit Umweltthemen. Die zweiteilige Arbeit „Nothing of him that doth fade“ (nach Ariels Lied aus Shakespeares „Der Sturm“) besteht aus einer fragilen weißen Keramikskulptur, deren Formen erst bei genauem Betrachten als Plastikflaschen, Strohhalme und Badeenten zu erkennen sind. Wenn der Besucher das iPad mit der dazugehörigen Augmented- Reality-App auf die Keramik richtet, entstehen auf dessen Bildschirm ähnliche, aber farbenfrohe „Plastikmüll-Korallen“. Schaut man sich um, wird klar, dass die Korallen den Raum übernommen haben. Mit der Zeit verblasst die farbenfrohe Welt und alles wird weiß – so weiß wie die Keramik, die den Ausgangspunkt bildet. Thiel stellt sich mit ihrer Arbeit in die kunstgeschichtliche Tradition der nature morte und lässt sie im Digitalzeitalter ankommen. Die Arbeit ist ein Folgeprojekt der AR-Installation „Unexpected Growth“, die vom Whitney Museum, New York, in Auftrag gegeben wurde und in die Sammlung aufgenommen wird. Die Arbeit wurde für den Lumen Prize für Medienkunst vorgeschlagen und wird als Europa-Premiere im Museum Sinclair-Haus, Bad Homburg, gezeigt. Thiel hat bereits im MoMA, New York; im ZKM, Karlsruhe, und im Tokyo Metropolitain Museum of Photography ausgestellt und wird aktuell im Digital Art Space bei Karin Wimmer, München, gezeigt.