1. Warum sind die geplanten Veränderungen sinnvoll?

PIN. und die Stiftung haben eine unterschiedliche Historie. PIN. wurde 1965 unter dem Namen „Galerieverein“ als Freundeskreis der „Neuen Staatsgalerie“ gegründet, die als Filiale der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen bis Mitte der neunziger Jahre im Haus der Kunst untergebracht war. Der ursprüngliche Satzungszweck des Galerievereins lautete: “ … die Neue Staatsgalerie und die Staatliche Graphische Sammlung zu fördern, insbesondere beim Ausbau ihrer Sammlungen…“. Nach der Eröffnung der Pinakothek der Moderne im Jahr 2002 hat sich dieser Satzungszweck zunehmend als zu eng gesteckt erwiesen, da das neue Haus neben Kunst und Graphik auch die Designsammlung und das Architekturmuseum beherbergt.

Die 1994 gegründete Stiftung der Pinakothek der Moderne hat durch ihr Engagement den Bau der Pinakothek der Moderne ermöglicht und damit die Rahmenbedingungen für überzeugende Präsentationen geschaffen. Während PIN. dafür sorgt, dass die Sammlungen wachsen und in einem lebendigen Ausstellungsgeschehen der Öffentlichkeit präsentiert werden, unterstützt die Stiftung die Sammlungen der Pinakothek der Moderne besonders im Hinblick auf die räumliche und funktionale Vermittlung von Kunst. Seit langem arbeiten PIN. und die Stiftung Hand in Hand – eine Entwicklung, der die geplante Kooperation Rechnung trägt.

 

2. Wie sieht die geplante Kooperation von PIN. und der Stiftung praktisch aus?

Der Übertritt der Freundeskreismitglieder der Stiftung zu PIN. schafft die Voraussetzung für eine zentrale Mitgliederbetreuung. Hierfür sollen die Geschäftsstellen zusammengelegt werden, da so Reibungsverluste minimiert und Kosten gesenkt werden können. Gleichzeitig ist geplant, dass die operativen Gremien Stiftungsrat und Vereinsvorstand zukünftig gemeinsam tagen. Dies garantiert kurze Wege, effizientere Abstimmungsprozesse und schnelle Entscheidungen für Mitglieder, Sammlungsdirektoren  und Museumskuratoren.

 

3. Was sind die Voraussetzungen für die Kooperation von PIN. und Stiftung?

Aus Stiftungs- und vereinsrechtlichen Gründen können die Stiftung und PIN. nicht oder nur mit unangemessenem Aufwand und Risiken fusionieren. Um die Kooperation dennoch auf feste Füße zu stellen, sollen die Satzungen von PIN. und der Stiftung einander angepasst werden. Es wird vorgeschlagen, den Vereinszweck von PIN. in einem ersten Schritt  auf die Förderung der gesamten Pinakothek der Moderne und der in ihr beheimateten Sammlungen zu erweitern. Die Satzung der Stiftung deckt diese Punkte bereits ab. In weiteren Schritten sollen die Gremien der beiden Institutionen dahingehend verzahnt werden, dass jeweils die/der Vorsitzende der einen Institution geborenes Mitglied des Gremiums der jeweils anderen Institution wird.

 

4. Durch die Kooperation vergrößert sich die Anzahl der Mitglieder im Freundeskreis. Habe ich trotzdem auch weiterhin die Möglichkeit, an jeder Führung, die im Veranstaltungsprogramm angeboten wird, teilzunehmen?

Wir werden die Anzahl der Veranstaltungen erhöhen. Bei Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerzahl, zu denen beispielsweise die Besuche in Privatsammlungen zählen, bemühen wir uns, mehrere Alternativtermine anzubieten.

 

5. Seit Jahren nehme ich am PIN.-Fest teil. Werde ich auch weiterhin die Chance haben, eine Karte dafür zu erwerben?

PIN.-Mitglieder erhalten die Einladungen zum PIN.-Fest zwei Wochen vor allen anderen Gästen. In dieser Zeit kann jedes Mitglied zwei Karten für das Fest zu einem Vorzugspreis erwerben.

 

6. Durch die Kooperation wird das Veranstaltungsspektrum für PIN. Mitglieder um Führungen in der Neuen Sammlung sowie im Architekturmuseum erweitert. Wird es zukünftig weniger Führungen in Ausstellungen der Staatlichen Graphischen Sammlung und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen geben oder wird die Anzahl der Veranstaltungen erhöht?

Die Ausstellungen der Staatlichen Graphischen Sammlung und Bayerischen Staatsgemäldesammlungen werden wie bisher den Mitgliedern zugänglich gemacht. Durch die Erweiterung des Vereinszwecks wird sich die Zahl der Veranstaltungen erhöhen und die Möglichkeit, das ganze Haus  auf gewohnte, persönliche Weise zu erleben, um neue Themen bereichert.

7. Wer entscheidet zukünftig über die strategische Ausrichtung von PIN. und der Stiftung?

Stiftungsrat und Vorstand von PIN. treffen sich zukünftig zu mehreren Strategiesitzungen pro Jahr und werden die zu fördernden Ziele und Projekte gemeinsam mit dem Museum festlegen. Um sicher zu stellen, dass auch auf der Arbeitsebene alle Beteiligten zu jeder Zeit auf dem gleichen Informationsstand sind, soll der Vorsitzende der Stiftung, derzeit Dr. Markus Michalke, einen Sitz im Vorstand von PIN. erhalten. Im Gegenzug soll die Vorsitzende von PIN., derzeit Katharina von Perfall, in den Stiftungsrat berufen werden. Wegen der rechtlichen Unabhängigkeit beider Institutionen werden die Beschlussfassungen wie bisher separat erfolgen. So können  die historisch gewachsenen Ziele im Auge  behalten werden. Auch ist geplant, die Kuratorien beider Institutionen miteinander zu verzahnen.

 

8. Ein Schwerpunkt der Stiftungsaufgaben ist u.a. die Realisierung des zweiten Bauabschnitts, während PIN. durch Ankäufe und Ausstellungsförderungen die Kontinuität des Sammelns ermöglicht. Wie stellen Sie sicher, dass den originären Aufgaben weiterhin die gleiche Priorität zukommt und nicht ein Thema zugunsten eines anderen vernachlässigt wird?

Wir haben bereits die Erfahrung gemacht, dass die Kooperation und die daraus resultierende Koordination die Ansprache potentieller Förderer und Mitstreiter wesentlich erleichtert und uns als Partner des Museums weitaus effizienter arbeiten lässt. Die gemeinsame Diskussion sämtlicher Förderthemen garantiert, dass alle Bedürfnisse des Hauses gleichermaßen berücksichtigt werden. Das letzte Wort über die Verwendung der jeweiligen Mittel liegt wie bisher jeweils bei Vereinsvorstand und Stiftungsrat. So sind beispielsweise ein Großteil der Gelder der Stiftung Pinakothek der Moderne dem 2. Bauabschnitt gewidmet. Die zielkonforme Verwendung dieser Gelder wird weiterhin das Hauptziel  des Stiftungsrates bleiben, während sich PIN. auch in Zukunft vorrangig dem Ausbau der Sammlungen und der Unterstützung des Ausstellungsgeschehens widmen wird.

9. Die Stiftung unterstützt die vier Museen der Pinakothek der Moderne, PIN. die Sammlung Moderne Kunst und die Staatliche Graphische Sammlung. Wird das so bleiben?

Sobald die Satzungsänderung beschlossen ist, wird PIN. alle vier Museen in der Pinakothek der Moderne unterstützen können. Über die Mittelverwendung entscheiden der Vorstand von PIN. und der Stiftungsrat gemeinsam.

Dabei wird sichergestellt, dass der rechtlichen Unabhängigkeit der Institutionen Rechnung getragen wird.

 

10. Sind neben der Zusammenführung der Freundeskreise und des Kuratoriums weitere Neuerungen geplant?

Wir glauben, dass die Konstellation mit einem starken großen Freundeskreis und drei effektiv miteinander arbeitenden Gremien – PIN.-Vorstand, Stiftungsrat und Kuratorium der Pinakothek der Moderne – eine optimale Voraussetzung schafft, die Pinakothek der Moderne, ihre Sammlungen und die Menschen, die aus dem Haus jeden Tag etwas Besonderes machen, zu unterstützen. Im Vorstand von PIN. und im Stiftungsrat sind Personen engagiert, die sich jeweils für ihren Aufgabenbereich – Mitgliederbetreuung, Ankäufe, 2. Bauabschnitt, Kunstvermittlung oder Kunstareal, um nur einige zu nennen – mit voller Kraft einsetzen. Durch die Koordination miteinander können sie sich nun alle gegenseitig in bestem Maße unterstützen. Weitere Neuerungen sind nicht geplant. Diese wird es nur geben, wenn die Bedürfnisse der Pinakothek der Moderne dies erfordern.

 

11. Wie werde ich als Mitglied zukünftig über die Arbeit von Stiftung und PIN. informiert?

Im Sommer wird erstmals das Dossier Nr. 1 (in Nachfolge der „Rotunde“) erscheinen, das ausführlich über die Arbeit von der Stiftung und PIN. informiert. Neben einer Art Berichtswesen soll das Dossier Sie für alle Förderungsaspekte sensibilisieren, die die Stiftung und PIN. verfolgen. Es ist vorgesehen, dass die Stiftung und PIN. dieses Dossiers jährlich herausgeben. Außerdem werden Sie wie bisher durch die PIN-Chronik und anlassbezogene Newsletter über Ankäufe, aktuelle Themen und Entwicklungen informiert.

 

12. Ist geplant, die Stiftung mittelfristig ganz aufzulösen und die Themen durch PIN. weiterzuführen?

Nein. Die Stiftung bleibt auf jeden Fall bestehen. Solange der zweite Bauabschnitt die Pinakothek der Moderne nicht vollendet ist, hat die Stiftung ihren Gründungszweck nicht erfüllt. Der  Stiftungsrat sieht den zweiten Bauabschnitt weiterhin als seine Hauptverpflichtung an. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass die Stiftung seit ihren Anfängen ein gutes Instrumentarium ist, um die kulturpolitische Agenda im Interesse der Pinakothek der Moderne und ihrer Sammlungen zu beeinflussen. Der Bau selbst zeugt genauso davon wie das in diesem Jahr umzusetzende Orientierungssystem im  Kunstareal, das auf Initiative der Stiftung entstanden ist und  Museen der Maxvorstadt zusammenführen wird. Auch die aktuell geführte Diskussion über die Rolle der Kunstvermittlung in modernen Museen und die Relevanz des Besuchers und seiner Interessen hat die Stiftung initiiert.

13. Ich möchte schwerpunktmäßig nur eine Sammlung oder nur eine Institution fördern. Ist dies möglich?

Stiftung und PIN. werden ihren Mitgliedsbeitrag entsprechend der gemeinsam festgelegten Strategie verwenden. Ihre Spenden können Sie zweckgebunden an uns überweisen, indem Sie dies im Betreff vermerken.

 

14. Was ändert sich für mich für als Mitglied im Freundeskreis der Stiftung?

Derzeit bietet die Stiftung ihren Mitgliedern etwa drei Veranstaltungen im Monat. In Zukunft wird dieses Angebot erhöht. Die Vielfalt und die Qualität der Veranstaltungen werden nicht nur  beibehalten sondern sogar erweitert. Die Anzahl der Reisen wird ebenfalls erhöht. 

 

15. Welche Vorteile habe ich als Mitglied bei PIN.? Was sind meine Rechte als Mitglied bei PIN.?

Anders als der Freundeskreis der Stiftung ist PIN. ein eingetragener Verein.  Die Mitglieder haben daher gesetzlich festgeschriebene und in der Satzung niedergelegte Rechte. In der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung hat jedes ordentliche Mitglied die Möglichkeit, sich über die Aktivitäten des Vereines zu informieren, Rechenschaft vom Vorstand über das vergangene Geschäftsjahr zu fordern und über Abstimmungen die Zukunft des Vereines zu gestalten.

Durch einen Beitritt zu PIN. erhalten die Mitglieder des Freundeskreises der Stiftung umfassende Rechte bis hin zur Wahl des PIN. Vorstandes, der die Geschäfte führt.

Die Vereinssatzung kann unter www.pin-freunde.de eingesehen und auch sehr gern über die Geschäftsstellen von PIN. und Stiftung angefordert werden. 

16. Als Mitglied im Freundeskreis der Stiftung entrichte ich jährlich eine Spende von 550 EUR. Der Mitgliedsbeitrag bei PIN. ist höher. Welcher Beitrag gilt für mich ab 2012?

Um Ihnen den Wechsel zu PIN. zu erleichtern dürfen Sie als bisheriges Stiftungsmitglied für eine Übergangszeit von einem Jahr, also bis Ende 2013, noch den für den Freundeskreis der Stiftung gültigen Betrag in Höhe von 550,- Euro p.a. zahlen. Ab 2014 wird der Mitgliedsbeitrag auf den normalen Beitrag von derzeit 650,- Euro angehoben. Dieselbe Anpassung hatte die Stiftung für ihre Mitglieder vorgesehen.

 

17. Wie erfolgt der Wechsel der Mitgliedschaft von der Stiftung zu PIN.?

Die Stiftung wird ihre Mitglieder anschreiben und um ihr Einverständnis bitten.

Gerne können Sie PIN. und Stiftung ansprechen oder uns schreiben, wenn Sie weitere Fragen haben.

Bitte Login und Passwort eingeben!